Review

Nach dem sehr überzeugenden Rec von 2008 und dem fairen Nachfolger Rec² war die Erwartung an Rec³ gross. Und obwohl der Film fast vollends mit den Stärken insbesondere des ersten Teil im Sinne des "Found Footage" bricht und uns einen ganz anderen Film präsentiert, wird - wer sich flexibel gegenüber dieser Wandlung zeigt - mit einem Zombiefilm der Extraklasse, starker Spannung und Story sowie exzellenten und kompromisslosen Gore-Effekten belohnt.

Nach einem gewohnt wackligen und dem Zuschauer bewusst fast schwindelig machenden Anfang und dem vielleicht längsten Vorspann bis zum Erscheinen des Filmtitels in der Geschichte wird eine dann normal gefilmte, rasend schnell aufbereitete Schlachtplatte mit authentisch agierenden und sympathisch identifikationsfähigen Charakteren präsentiert.

Die Story hier nur ganz kurz und OHNE SPOILER!: Eine Hochzeit im Kreise aller Verwandten und Freunde soll der glücklichste Tag im Leben des Paares Koldo (Diego Martin) und Clara (Leticia Dolera) werden und entsprechend gut ausgelassen ist die Stimmung auf der Party. Das Blatt wendet sich allerdings als der zuvor von einem Hund gebissene Onkel sich auf die Gäste stürzt. Sofort beginnt ein nicht enden wollender Albtraum in dem sich das Paar im doppelten Sinne verliert...........

Rec³ fügt sich dennoch in den Zusammenhang der ersten beiden Teile ein und es gibt schöne kleine Querverweise an diese ohne hier zu viel zu verraten. Kleine genre-mässige Unschärfen ergeben sich daraus, dass der Film sich nicht ganz klar ist, ob es nun Zombies, Infizierte oder Dämonen sind. Für erstere spricht der Hunger auf Fleisch und der Look und das langsame taumelnde Verhalten klassicher Zombies, für letztere Kleinigkeiten wie ein dämonenhaftes Spiegelbild und dass der dämonische Charakter ja schon in den vorherigen Teilen angedeutet wurde.

Dies ist allerdings ggfs. für Zombie Puristen relevant, aber dem Film und der Story tut das keinen Abbruch. Rec³ hat auch gut gelungene Momente der komödiantischen Selbstreflexion, ohne jederzeit seine Ernsthaftigkeit durch die expliziten Effekte zu untermauern, So kämpft z.B. ein aus Copyright Gründen sich "Sponge John" nennender Mann im Schwammkostüm tapfer gegen die wilden fleischfressenden Verwandten und Bekannten.

Rec³ überrascht durch die extreme Spannung und das Andrehen der Gewaltschraube in unerwartete Höhen. So kommt im blutigen Finale die gute Chainsaw in gewohnter Manier zum Einsatz und sämtliche Körperteile und ganze Körperhälften sind nicht vor ihr sicher. Das ganze ist noch mit einer glaubhaften und nicht kitschigen Liebesstory verbunden und einem starken, fast apokalyptischen und gut passenden Ende, so dass der Film für mich die Zombie-Film Überraschung des Jahres 2012 darstellt. Für alle Genre-Fans und Freunde der ersten Teile kann ich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

8/10 Hundebissen....äh,....Punkten

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